VoIP-Nummer beantragen und portieren: So sicherst du deine Rufnummer

Neue Nummer oder alte Rufnummer mitnehmen? So beantragst und portierst du deine VoIP-Rufnummer Schritt für Schritt – mit Ablauf, Fristen und Stolperfallen.

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Wer auf Internettelefonie umsteigt, steht schnell vor einer entscheidenden Frage: neue Rufnummer nehmen oder die alte behalten? Beides ist möglich – eine VoIP-Nummer beantragen geht schnell, und auch die vertraute Festnetznummer lässt sich in den meisten Fällen mitnehmen. Dieser Ratgeber erklärt beide Wege, den typischen Ablauf und die wichtigsten Stolperfallen bei der Rufnummernportierung.

Was ist eine VoIP-Nummer überhaupt?

Eine VoIP-Nummer ist eine ganz normale Telefonnummer – sie funktioniert nur über das Internet statt über die klassische Telefonleitung. Für Anrufer ist kein Unterschied erkennbar: Sie wählen dieselbe Nummer, und du bist erreichbar, egal ob per IP-Telefon, VoIP-App auf dem Smartphone oder Softphone am Computer.

Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten: Du lässt dir vom Anbieter eine neue Nummer zuteilen, oder du portierst deine bestehende Rufnummer. Welcher Weg besser passt, hängt davon ab, ob deine alte Nummer bekannt ist und weitergenutzt werden soll.

Neue VoIP-Nummer beantragen

Der schnellste Weg zu einer Internetrufnummer ist die Neuvergabe. Sie ist ideal, wenn du eine zusätzliche Nummer brauchst oder ohnehin neu startest. So läuft es ab:

  1. Anbieter und Tarif wählen: Entscheide dich für einen VoIP-Anbieter. Achte auf monatliche Kosten, Anzahl der inkludierten Rufnummern und mögliche Einrichtungsgebühren.
  2. Vorwahlbereich festlegen: Bei den meisten Anbietern kannst du deine Ortsvorwahl auswählen – auch eine Nummer aus einer anderen Stadt ist oft möglich.
  3. Bestellung abschließen: Nach der Anmeldung erhältst du deine Zugangsdaten (SIP-Benutzername, Passwort und Server).
  4. Gerät einrichten: Diese Daten trägst du in deinen Router, dein IP-Telefon oder deine App ein – danach bist du erreichbar.

Eine neu beantragte Nummer ist meist innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden aktiv, weil keine Abstimmung mit einem alten Anbieter nötig ist. Was du sonst noch an Ausrüstung brauchst, fasst unser Überblick Was braucht man für VoIP? zusammen.

Bestehende Rufnummer zu VoIP portieren

Die meisten Menschen möchten ihre gewohnte Festnetznummer behalten – schließlich steht sie auf Visitenkarten, in Verträgen und bei Kontakten. Dieser Wechsel heißt Rufnummernportierung oder Rufnummernmitnahme.

So läuft die Portierung ab

Der wichtigste Grundsatz zuerst: Kündige deinen alten Anschluss nicht selbst. Die Portierung beauftragst du beim neuen VoIP-Anbieter, und dieser kümmert sich um die Übernahme der Nummer und die Kündigung beim alten Anbieter.

  1. Portierungsauftrag stellen: Beim neuen Anbieter gibst du deine bisherige Nummer, den alten Anbieter und deine Kundendaten an.
  2. Daten prüfen: Name, Adresse und Anschlussinhaber müssen exakt mit den Angaben beim Altanbieter übereinstimmen – schon ein Tippfehler kann die Portierung verzögern.
  3. Termin abwarten: Du kannst zum Vertragsende portieren oder – oft gegen Gebühr – vorzeitig während der Laufzeit.
  4. Umschaltung: Am Stichtag wird die Nummer auf den VoIP-Anschluss geschaltet. Die Umstellung dauert meist nur wenige Minuten, in denen du kurz nicht erreichbar bist.

Worauf du achten solltest

  • Vorwahlbereich: Ortsnetzrufnummern lassen sich in der Regel nur innerhalb desselben Vorwahlbereichs portieren.
  • Fristen: Bei Portierung zum Vertragsende richtet sich der Termin nach der Kündigungsfrist des Altvertrags.
  • Kosten: Die Portierung kostet je nach Anbieter zwischen 0 und rund 30 Euro. Seit einigen Jahren sind die Gebühren gedeckelt.
  • Vollständigkeit: Hast du mehrere Nummern an einem Anschluss, gib alle an, die du behalten willst.

Neue Nummer oder Portierung – der Vergleich

Kriterium Neue VoIP-Nummer Rufnummer portieren
Dauer bis aktiv Minuten bis Stunden Tage bis Wochen
Alte Nummer bleibt erhalten Nein Ja
Aufwand Gering Mittel (Auftrag, Daten)
Kosten Meist kostenlos 0–30 €
Ideal für Neustart, Zweitnummer Bekannte Bestandsnummer

Häufige Stolperfallen

Die meisten Probleme entstehen nicht bei der Technik, sondern beim Ablauf. Der klassische Fehler ist die eigene Kündigung des Altanschlusses: Ist die Nummer beim alten Anbieter erst einmal gelöscht, ist eine Portierung nicht mehr möglich. Ebenso häufig scheitern Aufträge an abweichenden Kundendaten – etwa einer alten Adresse oder einem falsch geschriebenen Namen.

Prüfe außerdem vorab, ob dein Anschluss und deine Leitung für Internettelefonie geeignet sind. Welcher Zugang sich eignet, klären wir im Artikel Welcher Anschluss für VoIP?. Wenn du die Grundlagen noch einmal auffrischen möchtest, lohnt der Blick auf unseren Pillar-Beitrag Was ist VoIP?.

Häufige Fragen

Kann ich meine alte Festnetznummer zu VoIP mitnehmen?

Ja. Über die Rufnummernportierung nimmst du deine bestehende Festnetznummer in der Regel zu deinem neuen VoIP-Anbieter mit. Voraussetzung ist meist, dass du im selben Vorwahlbereich bleibst und der bisherige Anschluss noch aktiv oder erst kürzlich gekündigt ist. Die Portierung selbst kostet je nach Anbieter zwischen 0 und rund 30 Euro.

Wie lange dauert eine Rufnummernportierung?

Eine Portierung dauert typischerweise wenige Tage bis einige Wochen. Bei einer Portierung zum Vertragsende richtet sie sich nach der Kündigungsfrist des Altvertrags. Eine vorzeitige Portierung während der Laufzeit ist oft möglich, der Altvertrag läuft dann aber kostenpflichtig weiter.

Was passiert mit meiner Nummer, wenn ich den alten Vertrag zu früh kündige?

Kündige den Altanschluss niemals selbst, bevor die Portierung beauftragt ist. Ist die Nummer beim alten Anbieter bereits gelöscht, kann sie nicht mehr portiert werden und ist meist unwiderruflich verloren. Beauftrage stattdessen die Portierung beim neuen VoIP-Anbieter – er übernimmt die Kündigung des Altanschlusses für dich.

Bekomme ich bei VoIP auch eine ganz neue Nummer?

Ja. Wenn du keine Nummer mitnehmen möchtest, vergibt dir der VoIP-Anbieter eine neue Rufnummer – wahlweise aus deiner Ortsvorwahl oder aus einer anderen Region. Das ist der schnellste Weg, weil keine Portierung nötig ist und die Nummer meist sofort einsatzbereit ist.