Rufnummer unterdrücken bei VoIP: CLIP, CLIR und Anruferkennung erklärt
CLIP, CLIR und die Codes *31# und #31#: So steuerst du bei VoIP, ob deine Rufnummer beim Angerufenen erscheint – pro Anruf oder dauerhaft.
Manchmal möchte man telefonieren, ohne die eigene Nummer zu zeigen – etwa bei einer Anzeige auf Kleinanzeigen-Portalen oder beim Rückruf auf eine unbekannte Nummer. Bei der klassischen Telefonie ging das mit einer kurzen Tastenkombination. Bei der Internettelefonie über VoIP funktioniert das Prinzip genauso – nur laufen die Steuerbefehle nun über das SIP-Protokoll statt über das analoge Netz. In diesem Ratgeber erfährst du, was CLIP und CLIR bedeuten, wie du deine Rufnummer pro Anruf oder dauerhaft unterdrückst und wie du sie bei Bedarf wieder sichtbar machst.
Kurz erklärt: CLIP und CLIR
Hinter der Anruferkennung stecken zwei Fachbegriffe, die in jeder Telefonanlage und in jedem Router auftauchen:
- CLIP (Calling Line Identification Presentation): die Anzeige deiner Rufnummer beim Angerufenen. Standardmäßig ist CLIP aktiv, dein Gegenüber sieht also deine Nummer.
- CLIR (Calling Line Identification Restriction): die Unterdrückung der Rufnummer. Ist CLIR aktiv, erscheint beim Angerufenen nur „Anonym" oder „Unbekannt".
Zusätzlich gibt es CLIP no screening – damit lässt sich eine abweichende, aber berechtigte Rufnummer übermitteln. Das ist vor allem für Unternehmen interessant, die mehrere Standorte unter einer zentralen Nummer anzeigen wollen.
Pro Anruf oder dauerhaft? Die zwei Wege
Bei VoIP hast du zwei Möglichkeiten, deine Nummer zu unterdrücken. Welche passt, hängt davon ab, ob du das einmalig oder grundsätzlich möchtest.
| Methode | Wirkung | So geht's |
|---|---|---|
| Einmalig unterdrücken | Nur für den aktuellen Anruf anonym | *31# vor die Zielnummer wählen |
| Einmalig anzeigen | Nummer trotz Dauer-Unterdrückung einmal senden | #31# vor die Zielnummer wählen |
| Dauerhaft unterdrücken | Bei jedem Anruf anonym | Im Router oder Anbieter-Portal aktivieren |
Einzelnen Anruf unterdrücken
Möchtest du nur ein einziges Mal anonym anrufen, stellst du dem Ziel die Tastenfolge *31# voran. Beispiel: *31#030123456. Deine Nummer wird dann ausschließlich für diesen Anruf nicht übermittelt – beim nächsten Mal ist sie wieder sichtbar. Das funktioniert sowohl auf einem VoIP-fähigen Smartphone als auch an einem IP-Telefon hinter einem Router.
Rufnummer dauerhaft unterdrücken
Wenn du grundsätzlich anonym telefonieren willst, aktivierst du die Unterdrückung am besten direkt bei der Einrichtung deines VoIP-Anschlusses. In einer FritzBox findest du die Option unter Telefonie > Eigene Rufnummern > Anschlusseinstellungen beziehungsweise je nach Modell unter den Einstellungen des jeweiligen Telefoniegeräts. Entferne dort das Häkchen bei „Eigene Rufnummer übermitteln". Alternativ schaltest du CLIR im Kundenportal deines Anbieters frei – technisch setzt der Anbieter dann im SIP-Aufbau einen Privacy-Header, der deine Identität verbirgt.
Eigene Nummer wird falsch oder gar nicht angezeigt
Manchmal soll die Nummer eigentlich erscheinen, der Angerufene sieht aber „Unbekannt". Dann lohnt ein Blick auf diese typischen Ursachen:
- In Router oder Telefon ist CLIR versehentlich aktiviert – Häkchen bei „Rufnummer übermitteln" prüfen.
- Die hinterlegte ausgehende Rufnummer stimmt nicht mit einer beim Anbieter freigeschalteten Nummer überein.
- Bei mehreren Rufnummern ist die falsche als „ausgehende Nummer" für das Gerät eingestellt – das lässt sich pro Telefon getrennt steuern, ähnlich wie bei einer zweiten Telefonnummer per VoIP.
Anonyme Anrufer abweisen
Die Anruferkennung lässt sich auch andersherum nutzen: Wer ständig Werbe- oder Spam-Anrufe ohne Nummer bekommt, kann diese automatisch sperren. In der FritzBox legst du unter Telefonie > Rufbehandlung eine Sperre für „Anrufe ohne Rufnummer" an. Eingehende anonyme Anrufe werden dann gar nicht erst durchgestellt. Viele VoIP-Anbieter bieten eine vergleichbare Funktion direkt im Kundenkonto.
Häufige Fragen
Wie unterdrücke ich meine Rufnummer bei einem VoIP-Anruf?
Für einen einzelnen Anruf wählst du *31# direkt vor der Zielrufnummer – deine Nummer wird dann einmalig nicht übermittelt. Dauerhaft stellst du die Unterdrückung im Router (z. B. FritzBox) oder im Kundenportal deines VoIP-Anbieters ein, der die Unterdrückung über das SIP-Protokoll umsetzt.
Was bedeuten CLIP und CLIR bei der Internettelefonie?
CLIP steht für die Anzeige der Anrufernummer beim Angerufenen, CLIR für deren Unterdrückung. Bei aktivem CLIR erscheint statt deiner Nummer nur „Anonym" oder „Unbekannt".
Kann ich meine Nummer trotz dauerhafter Unterdrückung einmal anzeigen lassen?
Ja. Mit der Tastenfolge #31# vor der Zielrufnummer hebst du die dauerhafte Unterdrückung für genau diesen einen Anruf auf.
Kann ich anonyme Anrufer bei VoIP blockieren?
Ja. Router wie die FritzBox und viele Anbieter bieten eine Rufsperre für Anrufe ohne übermittelte Nummer, sodass anonyme Anrufer automatisch abgewiesen werden.
Mehr Grundlagen und Praxistipps rund um die Internettelefonie findest du in unserem VoIP-Basiswissen.